Rezensionen // reviews
„Reflexe der Moderne – Eine Architektengeneration 01-11“ heißt der erste Band einer neuen Reihe, den die kleine, aber feine edition 1form vorlegt. Das voluminöse Buch stellt eine Generation von Architekten in Deutschland vor, die ihre Büros nach der Wiedervereinigung 1989 gegründet haben. Die inhaltlich auf geographische Räume konzipierte Reihe, präsentiert dabei in ihrem ersten Teil eine Gruppe junger Architekturbüros aus Sachsen.

Es ist ein erstaunliches architektonisches Panorama, das sich vor dem interessierten Betrachter ausbreitet. Denn neben der durchgängig hohen Qualität der Arbeiten überrascht die akzentuierte gedankliche Geschlossenheit des zum Teil ja noch überschaubaren Oeuvres dieser Architektinnen und Architekten.

Fern von Affekt und Effekten breiten sich vor dem Leser reflektierte Haltungen aus, die wenig oder nichts mit der Erfindung spektakulärer Formen oder schriller Gestik zu schaffen haben, sondern in ruhiger, eher leiser Qualität den Eigenarten von Zeit und Ort heutiger deutscher Wirklichkeit Rechnung zu tragen sucht. Bei aller unübersehbaren Eigenart der elf individuellen Positionen, durchzieht das Buch wie ein roter Faden eben diese reflektierte und modeste Bewältigung räumlicher wie gestalterischer Aufgaben.

Und wenn man auch wohl nicht eigentlich von einer „sächsischen
Schule“ sprechen kann, so verdeutlicht doch die reduktionistische, unprätentiöse, fast beiläufige Behandlung der gestalterischen Aufgaben einen tieferen inneren Zusammenhang.

Das Spektakuläre ist das nicht spektakuläre, ein Architektur ohne Rhetorik und von großem Materialverständnis, die eine verlangsamte Wahrnehmung des näheren Hinsehens abfordert. Mit diesen Eingrenzungen gelingt dem Autor das beeindruckende Portrait dieser in Dresden und Leipzig tätigen Architektengeneration, deren Denkhaltung und junges Werk den Vergleich mit herausragenden internationalen Arbeiten nicht scheuen braucht. Abseits des instruktiven Einführungstextes, verzichtet das Buch dann auf ermüdende Detailanalysen sondern beschränkt den Blick nach knappen, apercuhaften Einführungstexten auf das eigentliche Werkschaffen.

Schließlich liegt auch in der durchgängigen Zweisprachigkeit ein großer Verdienst dieses fein gestalteten, gut strukturierten Buches,  da es auch über die nationalen Grenzen hinaus ermöglicht, die Arbeit dieser Architekten bekannt zu machen. Man blickt schon gespannt auf den nächsten Band dieser Reihe.